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Maßgeschneiderte Therapien und Kombinationen


Im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte hat sich die Krebstherapie stetig weiterentwickelt, so dass zum heutigen Stand eine Vielzahl von systemischen Therapien mit unterschiedlichsten Wirkprinzipien für die Behandlung verschiedener Tumorentitäten aber auch Krankheitsstadien zur Verfügung stehen.1 Einige systemische Wirkprinzipien und Wirkstoffklassen sind im Folgenden aufgelistet:

  • Chemotherapie
    Zytostatika richten sich direkt gegen Tumorzellen. Sie beeinflussen die schnelle Teilungsfähigkeit von Krebszellen und hemmen so das Wachstum des Tumors. Allerdings können bei dieser Vorgehensweise auch gesunde Körperzellen mit ähnlich guter Teilungsfähigkeit (z. B. Haarzellen oder Blutbestandteile) in Mitleidenschaft gezogen werden.2
  • Zielgerichtete Therapie
    Zielgerichtete Therapien richten sich ebenfalls direkt gegen die Tumorzellen, allerdings sehr viel spezifischer als eine Chemotherapie. Sie wirken vor allem über die Unterbrechung mutationsabhängiger Tumor-Wachstumssignale, indem sie gezielt mutierte Onkogene hemmen. Jedoch ist das Wachstum von soliden Tumoren, insbesondere wenn sie genetisch sehr heterogen sind (z. B. Melanome oder nicht-kleinzellige Lungenkarzinome), dauerhaft nur schwer durch die Blockierung einer einzelnen spezifischen Mutation des Tumors zu bremsen. Neu auftretende Mutationen können einem solchen Therapieansatz „entgehen“.2
  • Immuntherapie
    Unter Immuntherapie versteht man Ansätze, welche nicht direkt gegen den Tumor gerichtet sind, sondern das menschliche Immunsystem aktivieren, welches wiederum in der Lage ist, „fremdartige“ Tumorzellen zu erkennen und zu bekämpfen. Zur Unterstützung des Immunsystems werden verschiedene Wirkansätze untersucht bzw. bereits in der klinischen Routine angewendet:2
    • Checkpoint-Inhibitoren:
      Die CTLA-4- und PD-1-Signalwege stellen eine physiologische „Bremse“ für das Immunsystem dar, um den Körper vor einer überschießenden Immunreaktion zu schützen. Während die regulatorische Wirkung des CTLA-4-Signalwegs hauptsächlich bei T-Zell-Aktivierung im Lymphknoten eine Rolle spielt, kommt die deaktivierende Wirkung des PD-1-Signalwegs direkt am Tumor zum Tragen – in beiden Fällen wird die aktivierte T-Zelle abgeschaltet und der Tumor kann wachsen.3 Um die Aktivität der T-Zellen aufrecht zu erhalten, werden anti-CTLA-4-Inhibitoren und anti-PD-1-Inhibitoren bzw. auch die Kombination aus beiden eingesetzt und finden bereits in der Klinik Anwendung.4,5,6 Detailliertere Informationen zum Wirkmechanismus von Checkpoint-Inhibitoren finden Sie hier.
    • CAR-T Zellen:
      Ein neuer Ansatz, der gerade bei hämatologischen Tumoren erfolgreich zur Anwendung kommt, ist die Applikation von gentechnisch veränderten T-Zellen. Dabei werden T-Zellen aus dem Blut eines Patienten gewonnen, die dann im Labor gentechnisch so verändert werden, dass sie chimäre Antigenrezeptoren (CAR) auf ihrer Oberfläche bilden, die gegen krebsspezifische Oberflächenproteine gerichtet sind.7,8 Obwohl dieser Ansatz u.a. noch eine große Herausforderung an die Logistik darstellt, werden CAR-T-Zellen aufgrund ihrer klinischen Erfolge bereits als neue Generation der Immuntherapie gesehen.

Mit diesen Ansätzen stehen eine Fülle an Therapieoptionen zur Verfügung. Die relevante Frage bei der Krebstherapie ist allerdings, welcher Patient von welchem Wirkansatz bzw. Wirkstoff zu welcher Zeit profitiert. Auch Kombinationen aus verschiedenen Wirkstoffen und Wirkansätzen werden untersucht, um auf Resistenzbildung zu reagieren. Die Frage nach der richtigen Therapiesequenz bleibt hierbei allerdings bestehen.

Daher gilt: Je genauer der Patient für eine Therapie definiert werden kann, desto höher die Wahrscheinlichkeit auf das Ansprechen.

Für eine personalisierte Therapie bedarf es daher prädiktive Biomarker sowie Ansätze zur Krankheitsverlaufskontrolle, welche Gegenstand der aktuellen Forschung bei Bristol Myers Squibb sind.

 

Informieren Sie sich über die Maßnahmen von Bristol Myers Squibb im Kontext von COVID-19.