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Ösophaguskarzinom

2 min

Ösophaguskarzinome machen rund 1 % aller malignen Tumorerkrankungen aus und sind damit vergleichsweise selten. Sie manifestieren sich in der Regel als Adeno- oder Plattenepithelkarzinome und je nach Lokalisation sowie Lagebeziehung innerhalb des Brustkorbs unterscheidet man zervikale, und intrathorakale Tumoren.

Epidemiologie

Die Inzidenz des Speiseröhrenkrebses unterscheidet sich deutlich bezüglich der geographischen Regionen sowie beim Verhältnis von Plattenepithel- und Adenokarzinomen.

  • Das Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre ist weltweit das häufigste Karzinom des Ösophagus. Es tritt vermehrt im sogenannten „asian esophageal cancer-belt“ auf.
  • Die Inzidenz des Adenokarzinoms der Speiseröhre hat in den letzten Jahrzehnten in den Industrieländern deutlich zugenommen; dort sind inzwischen 40–50 % der ösophagealen Tumoren Adenokarzinome.
  • Charakteristisch für Tumoren der Speiseröhre ist das 3- bis 4-fach höhere Erkrankungsrisiko für Männer im Vergleich zu Frauen: In Deutschland sind jährlich 5.500 Neuerkrankungen bei Männern und 1.500 bei Frauen zu verzeichnen.
  • Das mittlere Erkrankungsalter liegt in Deutschland bei 67 Jahren (Männer) bzw. 72 Jahren (Frauen).

Pathogenese und Risikofaktoren für Ösophaguskarzinome

Plattenepithelkarzinome des Ösophagus einerseits und Adenokarzinome des Ösophagus und des gastroösophagealen Übergangs andererseits weisen eine unterschiedliche Pathogenese auf:

Plattenepithelkarzinome des Ösophagus

Plattenepithelkarzinome des Ösophagus entstehen initial durch mechanische Schädigungen wie beispielsweise bei Achalasie, nach Strahlentherapie oder nach Verätzungen mit Säuren oder Laugen sowie in Kombination mit toxischen karzinogenen Substanzen wie Alkohol und Nikotin.

Wichtigste Risikofaktoren

  • Rauchen
  • Alkohol
  • Tylosis (Howel-Evans-Syndrom): Bis zu 90 % entwickeln ein Plattenepithelkarzinom des Ösophagus
  • Achalasie
  • Stenosen nach Verätzung mit Laugen oder Säuren
  • (Vor)Bestrahlung im Hals-/Thoraxbereich (dosisabhängig)
  • Vordiagnose von Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich oder der Lunge

Adenokarzinome des Ösophagus

Adenokarzinome des Ösophagus entstehen häufig auf der Basis einer chronischen Refluxerkrankung. Die durch den Rückfluss der Magensäure verursachten Schleimhautveränderungen führen zur Entstehung einer Krebsvorstufe, dem so genannten Barrett-Ösophagus . Adenokarzinome, die sich nicht aus dem Barrett-Ösophagus entwickeln, entstehen analog zu Karzinomen des übrigen Verdauungstraktes über mehrere präkanzeröse Zwischenstufen.

Wichtigste Risikofaktoren

  • Gastroösophageale Refluxerkrankung (GERD): Barrett-Ösophagus
  • Barrett-Metaplasie
  • Rauchen
  • Adipositas
  • Achalasie
  • Stenosen nach Verätzung mit Säuren oder Laugen

Diagnose, Stadieneinteilung
und Prognose

Symptome: Während Ösophaguskarzinome in frühen Stadien in der Regel symptomlos sind, können lokal fortgeschrittene ...

Therapie

Für die Wahl der Therapie bei Patient:innen mit Speiseröhrenkrebs sind in erster Linie die Lage und Ausbreitung des Tumors ...