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Akute myeloische Leukämie (AML)

3 min

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist eine bösartige, biologisch heterogene hämatologische Erkrankung und die häufigste akute Leukämie Erwachsener. Sie tritt häufig plötzlich auf und führt unbehandelt in kurzer Zeit zum Tode. Ihre Inzidenz nimmt mit dem Lebensalter zu. Die AML geht von unreifen myeloischen Vorläuferzellen aus und kann verschiedene myeloische Zelllinien betreffen. Die entarteten Vorstufen vermehren sich unkontrolliert, es entstehen sogenannte myeloische Blasten, die sich massenhaft im Knochenmark ansammeln, die normale Blutbildung verdrängen und in den ganzen Organismus gelangen und Organe infiltrieren können.

Definition

Die AML ist bis auf wenige Ausnahmen durch einen Blastenanteil von ≥ 20 % im Knochenmark und im peripheren Blut gekennzeichnet. Liegt der Blastenanteil < 20 %, ist eine AML jedoch dennoch nicht ausgeschlossen.

Die aktuelle WHO-Klassifikation definiert verschiedene Subgruppen der AML anhand von chromosomalen (Translokationen und Inversionen) und molekulargenetischen (Genmutationen) Charakteristika sowie die AML mit Myelodysplasie (MDS)-assoziierten zytogenetischen Veränderungen. Darüber hinaus gelten gemäß WHO alle myeloischen Tumoren, die nach einer Zytostatika-Behandlung aufgetreten sind, als therapieassoziierte AML und gehören gemeinsam mit der AML mit MDS-Veränderungen zu den sekundären AML-Formen.

Pathogenese

Ursprung der AML ist das unkontrollierte klonale Wachstum myeloischer Vorläuferzellen (Progenitorzellen), das zur Verdrängung der gesunden Knochenmarkzellen und zur verringerten Bildung von Blutzellen (Zytopenien) führt: Granulozytopenie, Thrombozytopenie und Anämie.

Im Gegensatz zur chronischen myeloischen Leukämie (CML) können dafür verschiedene zytogenetische Aberrationen verantwortlich sein: Genumlagerungen (Translokationen oder Inversionen) oder Veränderungen der Chromosomenzahl (Trisomien, Monosomien und komplexere Veränderungen) und Genmutationen, die auch prognostisch bedeutsam sind.

Am häufigsten sind Mutationen in den Genen FLT3, NPM1, DNMT3A sowie IDH 1 oder 2 zu finden. Es gibt jedoch noch eine Vielzahl weiterer Mutationen, beispielsweise in Tumorsuppressor-Genen oder in Genen, die die DNA-Methylierung regeln.

Darüber hinaus liegen bei etwa 50 % der AML- Patient:innen mehrere Leukämieklone vor (klonale Heterogenität), was möglicherweise einen Einfluss auf das Therapieansprechen und Rezidivgeschehen haben kann.

Epidemiologie

  • Die akute myeloische Leukämie ist bei Erwachsenen die häufigste akute Leukämieform.
  • Im Jahr 2016 erkrankten insgesamt etwa 13.900 Menschen in Deutschland an einer Leukämie , davon etwa 23 % an AML.
  • Die Gesamtinzidenz der AML wird mit 3,5 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner:innen im Jahr angegeben und mit über 80 % stellt sie die häufigste akute Leukämie des Erwachsenen dar.
  • Die AML tritt bevorzugt in höherem Lebensalter auf, das mediane Erkrankungsalter liegt etwa bei 72 Jahren.

Risikofaktoren

Bekannte Risikofaktoren für die Entstehung einer akuten Leukämie sind die Exposition gegenüber ionisierenden Strahlen, eine frühere Chemotherapie und ein Kontakt mit verschiedenen Chemikalien. Genetische Veränderungen wie z. B. eine Trisomie 21 können mit einem erhöhten Leukämierisiko verbunden sein , ebenso besteht eine Beziehung zum myelodysplastischen Syndrom (MDS). Ein Zusammenhang mit Umwelt- und Lebensstilfaktorenf wird diskutiert bzw. gilt für das Rauchen als gesichert .

Diagnose

Symptome: Die Symptome einer akuten myeloischen Leukämie treten meist plötzlich auf – in der Regel innerhalb ...

Therapie

Die Akute Myeloische Leukämie führt ohne Behandlung meist innerhalb weniger Wochen zum Tod ...